Kurzarbeit in der Coronakrise? Was passiert jetzt?

Als Arbeitnehmer hat man während dieser vermutlich noch langandauernden Wirtschaftskrise vielerlei Sorgen. Droht die Geldnot? Keiner weiß es. Und das plagt natürlich auch mich gerade sehr. Als Arbeitnehmer hast du quasi keine Chance diese momentane Situation zu umgehen. Selbst wenn man sich woanders bewirbt ist die Chance einen neuen, sicheren Arbeitsplatz zu finden, sehr gering.

Achtung: Dieser Artikel stellt natürlich keine Rechtsberatung dar, sondern umfasst meine Recherchen und Gedanken um alles erst einmal sammeln zu können und mir selbst durch Anlesen von Wissen etwas Sicherheit zurückzuholen. Dies ist damit gleichzeitig ein Aufruf an meine Leser, eventuelle Fehler richtig zu stellen. Danke! 

In vielen Firmen hängen jetzt Aushänge, dass man wohl in naher Zukunft aufgrund der andauernden Wirtschaftskrise Kurzarbeit anmelden wird.

Fakt Nummer 1 ist: Wenn ihr in Kurzarbeit geschickt werdet, möchte euer Arbeitgeber euch halten denn sonst hätte ihr nämlich die Kündigung bekommen.

Fakt Nummer 2 ist: Die Wirtschaftskrise entsteht nicht durch Corona. Corona ist nur der Auslöser und Brandbeschleuniger für etwas, was auf lange Zeit schon erkennbar und für viele Experten sogar unvermeidbar war.

Doch vielleicht vorab erstmal die Begriffserklärung.

Was bedeutet eigentlich Kurzarbeit?

Kurzarbeit ist die Möglichkeit für Arbeitgeber die reguläre Arbeitszeit seiner Angestellten reduzieren zu können, falls die wirtschaftliche Lage eine zeitlich höher angesetztes Beschäftigungsverhältnis nicht erlauben würde. Wenn hier gewisse Auflagen vom Arbeitgeber erfüllt sind, springt der Staat dabei zum Abfangen finanzieller Probleme des Arbeitnehmers ein. Hierfür wird ein Teil der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung in Anspruch genommen und von der Agentur für Arbeit ausbezahlt. Antragssteller seid in diesem Fall nicht ihr, sondern der Arbeitgeber ist für die Anmeldung des KUG verpflichtet.

Wenn man nun nach Hause geschickt wurde, muss vorab die Bewilligung des Kurzarbeitergeldes durch sein. Der Arbeitgeber muss sich vorab entscheiden zu wie viel Prozent der jeweilige Mitarbeiter oder die Abteilung ab diesem Zeitpunkt dann noch beschäftigt sein soll und spart sich somit Lohnkosten. Für die Restbeschäftigungszeit erhält man seinen vollen Bruttolohn, die restliche Zeit wird durch das KUG aufgefangen. Das Kurzarbeitergeld entspricht 60% (67% wenn man Kinder hat) des (ausgefallenen) Nettoeinkommens. Zusätzlich zum Lohnausfall trägt die Agentur auch die gesetzlichen Pflichtabgaben, sodass man sich darum keine Sorgen machen muss.

Vor der Krise galt, dass ein Drittel der Belegschaft von der Kurzarbeit betroffen sein müssen, bevor ein Unternehmen dies überhaupt beantragen kann. Nun wurde allerdings beschlossen, dass bereits bei 10% der vom Arbeitsausfall betroffenen Belegschaft ausreichen. Ebenso kann KUG nun bis zu 24 Monate bezogen werden, zuvor waren das 12.

Worauf muss ich achten?

Das was mich am meisten überrascht hat war, dass man bei einem Arbeitsausfall von 100% bei der Agentur für Arbeit automatisch als Arbeitssuchend eingetragen wird. Das bedeutet, dass man auch Jobvorschläge erhält, auf die man sich bewerben und eine eventuelle Anstellung auch annehmen muss. Das kann positiv sein, weil man eventuell einen Job erhält der einem viel besser gefällt, aber auch negativ, weil man eigentlich gerne an seinen Arbeitsplatz zurück möchte. Hier sollte es aber helfen, frühzeitig auf den aktuellen Arbeitgeber zuzugehen und nach einem Lösungsansatz zu fragen.

Bezüge aus Nebentätigkeiten werden vom Kurzarbeitergeld abgezogen! Wo ich allerdings widersprüchliche Texte gelesen habe, denn: Offenbar ist eine Nebentätigkeit zum Ausgleich der Differenz zwischen ordentlichem Gehalt und Kurzarbeitergeld ohne Abzüge erlaubt. So wurden jedenfalls laut Bundesarbeitsminister Hubertus Heil von der SPD die “Zuverdienstgrenzen angehoben”

Quellen:

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Kurzarbeit
  • https://www.spd.de/aktuelles/corona/corona-aktuelles/
  • https://www.t-online.de/finanzen/boerse/news/id_87537594/coronavirus-und-kurzarbeit-was-jetzt-fuer-arbeitnehmer-gilt.html#k%C3%B6nnen_kurzarbeiter_nebenbei_dazuverdienen
  • https://www.arbeitsagentur.de/datei/kug050-2016_ba014803.pdf

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